Weniger Wohnungen bauen!

Handlungskonzept Wohnen Bonn

Weniger Wohnungen bauen!

Das akademische Konzept schafft neue Verwaltungsstellen, wenig neue Wohnungen. Soziale Erhaltungssatzungen erfordern neue Genehmigungsverfahren ohne besondere Wirkung. Ein Wohnraumlotse soll das tun, was die Stadtverwaltung längst hätte tun sollen: Bauwillige bei ihren Projekten unterstützen. Das ist eine einfache Organisationsaufgabe, dafür braucht man keine neue Stelle. Die Wohneigentumsbildung von Menschen, die die niedrige Einkommensgrenze für einen WBS überschreiten, spielt im Konzept keine Rolle.

Eine Wachstumsprognose für die Stadt wird unreflektiert zum Planungsziel erhoben. Muss Bonn wirklich wachsen? In den weitaus meisten bundesweiten Prognosen nimmt die Bevölkerungszahl in den nächsten Jahrzehnten ab. Bonn sollte sein Schrumpfen aktiv gestalten, statt reflexhaft zu versuchen, die gegenläufige lokale Prognose zu erfüllen. Man kann sehr einfach gegensteuern, indem man weniger baut! Jede neue Wohnung verursacht für Bonn als stark verschuldete Stadt infrastrukturelle Folgekosten in den Bereichen Soziales, Verkehr, Bildung, Kultur. Bauliche Nachverdichtung zerstört die letzten innerstädtischen Freiräume, bringt Nachbarn gegeneinander auf und macht die Stadt weniger lebenswert. Weniger Stadtbewohner verursachen weniger innerstädtischen Verkehr.

Die Grenzen des Wachstums sind auch in Bonn schon längst erreicht.

Der finalisierte Konzeptentwurf sollte nicht korreferiert (sic!), sondern vollständig mit anderer Zielsetzung überarbeitet werden.

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