Wohnungspolitik muss quartiersbezogen gedacht werden

Handlungskonzept Wohnen Bonn

Wohnungspolitik muss quartiersbezogen gedacht werden

Alles ist richtig in diesem Handlungskonzept. Und doch fehlt etwas. Wohnen ist ein umfassendes Bedürfnis, was weit über "ein Dach über dem Kopf haben" hinaus geht. Es ist der sichere Rückzugsraum, den die meisten Menschen brauchen und dazu gehört auch all das, was zum Raum um den privaten Wohnraum herum gehört. Also auch eine Infrastruktur, die zur jeweiligen Lebenssituation passt. Im Bereich der Kinderbetreuung wird dies schon mitgedacht; entstehen neue Wohngebiete mit erwarteter junger Bewohnerschaft wird immer auch eine Form von Kita geplant. Weil man davon ausgeht, dass Kinder auch in ihrem vertrauten Umfeld gemeinsam betreut werden sollten.
Wer aber selten mitgedacht wird, sind die Menschen, die am anderen Ende der demografischen Entwicklung stehen: Senioren wollen - gerade mit zunehmendem Unterstützungsbedarf - gerne in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. Und da mangelt es im ersten Schritt oftmals schon an bezahlbarem barrierefreiem Wohnraum, in den man zwar ggfls. umziehen muss; aber dennoch im vertrauten Umfeld bleiben kann. Und konsequent quartiersorientiert gedacht benötigen wir - je nach Sozial- und Altersstruktur - kleine Unterstützungs- und Pflegeeinheiten, um in der vertrauten Umgebung bleiben zu können. Diese Infrastruktur sollte unbedingt mit in diesen Handlungsplan aufgenommen werden. Und da geht es nicht um selbstorganisierte "innovative Wohnformen", sondern um Menschen, die einfach bezahlbar und in Zukunft gut versorgt in ihrem Viertel bleiben wollen.

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