Bleibt Bonn lebenswert? Nachhaltigkeit hat mehr Dimensionen als nur ökologisch!
Die Frage, ob Bonn eine lebenswerte Stadt ist und bleibt, entscheidet sich in den Vierteln. Dabei hat jedes Viertel andere Rahmenbedingungen - man kann nicht einfach bei uns ganz am Stadtrand so bauen, als wäre es mitten in der Südstadt, auch wenn es gut aussieht.
Eine Bebauung direkt an der Autobahn ohne hohe Lärmschutzwand ist nicht nur eine Zumutung für die Anwohner; ein Wohnen in der Lärmschutzwand ist regelrecht menschenunwürdig. Entsprechend niedrig wären die Kauf- und Mietpreise, da niemand dort gern wohnen wird.
Unser Bonner Norden befindet sich als Ganzes an einem sozialen Kipp-Punkt. Die Stadt sollte sich gut überlegen, in welche Richtung das soziale Gefüge kippen soll. Hand aufs Herz: Jeder, der es sich leisten kann, wird woanders hinziehen. Wo es ein kleines Grundstück gibt für eine Familie. Etwas Ruhe. Vor allem deswegen zogen wir an den Stadtrand. Hier jedoch würde man entweder teure Leerstände schaffen oder notgedrungen nur untere soziale Schichten anziehen.
"Kompakt" ist nur ökologisch nachhaltig, keinesfalls aber sozial - zumindest nicht hier. Und ja, Buschdorf kann Dorf bleiben - mit einer angemessenen Bebauung! Denn Gemeinschaft funktioniert nicht, wenn alle "dicht auf dicht" hocken. Es darf nicht Ziel sein, nur Wohnraum zu maximieren, sondern ökologisch UND sozial nachhaltig zu wachsen. Von daher muss die Anzahl der geplanten Wohneinheiten mindestens halbiert werden.
Liebe Stadtverwaltung - bitte lernen Sie aus den Fehlern der Vergangenheit! Vielen Dank.