Onlinebeteiligung Feuerwache 1 und Bonnorange-Betriebshof
+++ Die Onlinebeteiligung ist seit dem 12. Oktober 2025 beendet. Vielen Dank für die Teilnahme. +++
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Das ca. 4,2 ha große Plangebiet des Bebauungsplans Nr. 6423-1 erstreckt sich im Stadtbezirk Bonn, Ortsteil Tannenbusch über die benachbarten Grundstücke Lievelingsweg 110 und 112. Die Grundstücke liegen innerhalb der Gemarkung Bonn, Flur 54, (Flurstücke Nr. 616 und Nr. 617). Das Flurstück Nr. 616 befindet sich im Eigentum der Bonnorange AöR und das Flurstück Nr. 617 im Eigentum der Stadt Bonn. Das Plangebiet ist nördlich von der Autobahnauffahrt (A565) umgeben und im Osten von der Autobahnabfahrt (A555) in Richtung Potsdamer Platz. Westlich des Plangebietes befindet sich angrenzend an den Zeisigweg Wohnbebauung. Südlich des Gebietes befinden sich ein Autohändler, ein Schnellrestaurant sowie ein Bürogebäude. Der Bestand des Plangebietes stellt sich im Westen durch die Feuer- und Rettungswache 1, welche zahlreiche Gebäude umfasst, dar. Prägend sind insbesondere die 2013 neu gebaute Leitstelle, das Hauptgebäude inkl. Werkstatttrakt sowie der Feuerwehrturm. Entlang der östlichen Grundstücksgrenze besteht eine im Jahr 2008 errichtete Sonderfahrzeughalle der Feuerwehr. Auf dem daran anschließenden, östlichen Areal befindet sich der Betriebshof von „bonnorange“, dem kommunalen Entsorgungsunternehmen der Stadt Bonn. Dieses Grundstück ist primär durch die prägnante Wagenhalle und ein Werkstattgebäude bebaut. Zudem sind ein Verwaltungsgebäude, zahlreiche fliegende Bauten und ebenerdige Stellplätze vorhanden. Beide Grundstücke sind nahezu vollständig versiegelt.
Ziel des Bebauungsplanverfahrens ist es, die planungsrechtlichen Grundlagen zu schaffen, die Feuerwache 1 und den Betriebshof des städtischen Entsorgungsunternehmens „bonnorange“ neu zu strukturieren und baulich zu erneuern. Dies ist notwendig geworden, da sich zum einen die Flächenbedarfe von beiden Nutzungen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht haben und zum anderen die aktuellen Gegebenheiten nicht mehr den heutigen Anforderungen an sichere, moderne und zukunftsfähige Arbeitsplätze entsprechen. Demnach sollen durch die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 6423-1 die planungsrechtlichen Voraussetzungen für moderne und zukunftsfähige Gebäude mit zeitgemäßen Arbeitsbedingungen und Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden. Dabei soll eine Aufwertung des Standortes mit optimaler Flächenausnutzung sowie Funktionalität erreicht werden. Gleichzeitig sollen die Energieeffizienz verbessert und erneuerbare Energien sowie nachhaltige Baumaterialien zur Anpassung an den Klimawandel eingesetzt werden. Die Gebäudesubstanz weist aktuell auf beiden Grundstücken erhebliche funktionale, bauliche und technische Mängel auf. Bei der Feuerwache 1 ist der bauliche Zustand teilweise schlecht, Arbeitssicherheits- und Brandschutzmängel konnten nur teilweise behoben werden, der Energiebedarf ist aufgrund der wenig effizienten Gebäudehülle sehr hoch und die räumlichen Möglichkeiten entsprechen nicht mehr den heutigen, betrieblichen Anforderungen. Eine Verbesserung ist im Bestand nicht umsetzbar. Insgesamt muss der Feuerwehr- und Rettungsdienststandort auch aktuelle und zu erwartende Mehrbedarfe aufnehmen, die nur durch einen Neubau abgedeckt werden können. Auf dem Grundstück von bonnorange bietet die Bestandsbebauung am Lievelingsweg nicht mehr genügend Fläche für den weiterwachsenden Betrieb. Des Weiteren sind die Gebäude in die Jahre gekommen und entsprechen in vielen Bereichen nicht mehr den Anforderungen an einen modernen, sicheren, funktionalen und zukunftsfähigen Arbeitsplatz.
Um die Neustrukturierung der Standorte zu ermöglichen, wurde 2021 der Zielbeschluss gefasst, den Bebauungsplan Nr. 6423-1 aufzustellen, da die Festsetzungen des aktuell geltenden Bebauungsplans Nr. 7523-95 der beabsichtigten Neuentwicklung entgegenstehen. Im Anschluss an den Zielbeschluss wurden im weiteren Verfahren zwei hochbauliche Wettbewerbe ausgelobt, die die Liegenschaften von Feuerwache und bonnorange separat betrachten. Für das Betriebsgelände von bonnorange wurde bereits 2024 das Qualifizierungsverfahren ausgelobt und mit 15 Teilnehmenden durchgeführt. Die Arbeiten wurden zwischen dem 09.01.2025 und dem 24.01.2025 im Stadthaus ausgestellt. Alle Beiträge der Planungsbüros, die an dem nachfolgend abgeschlossenen Wettbewerb zur Feuerwache 1 teilgenommen haben, sind zwischen dem 18.06.2025 und dem 02.07.2025 im Stadthaus ausgestellt worden. Die Lagepläne und Visualisierungen der jeweiligen Gewinnerentwürfe sind dem Beteiligungsplakat im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zu entnehmen. Der Gewinnerentwurf bonnorange versucht den neuen Betriebshof als hochfunktionalen Campus zu entwickeln. An die Wagenhalle im nördlichen Teil schließt sich die Werkstatt südlich an. Das neue Verwaltungsgebäude befindet sich zum Lievelingsweg ausgerichtet. Zur Optimierung der inneren Verkehrsströme werden die Privatfahrzeuge der Mitarbeitenden und deren Fahrwege konsequent von den Betriebsflächen getrennt. Dafür ist ein Parkhaus im Süd-Osten des Grundstücks eingeplant. Der Gewinnerentwurf des Wettbewerbs zur Feuerwache 1 sieht vor, dass die Leitstelle in ihrer Position zum Zeisigweg bestehen bleibt und zwei Baukörper (Verwaltung und Rettungswache) den Alarmhof einrahmen. Die Werkstatt bzw. Anlieferung und das Übungsbauwerk sind im nördlichen Teil des Grundstücks untergebracht. Auch im Entwurf der Feuerwache werden betriebliche und private PKW-Verkehre getrennt (hier durch eine Tiefgarage).