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ISEK Hardtberg

Das Rathaus in Hardtberg

Beteiligung zum ISEK Hardtberg

Für den Stadtbezirk Hardtberg soll ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet werden. Ziel ist es, aktuelle Herausforderungen anzugehen und eine neue Identität sowie Zukunftsperspektive für den Stadtbezirk zu entwickeln.

Anlass und Ziel

Der Stadtbezirk Hardtberg befindet sich in einem dynamischen Umfeld und steht vor vielfältigen Herausforderungen. Bereits 2002 hat die Bundesstadt Bonn mit dem „Integrierten Handlungskonzept Bonn-Hardtberg“ eine erste Grundlage für die Entwicklung des Bezirks geschaffen und seitdem die Umsetzung zahlreicher Projekte ermöglicht. 
Seither haben sich jedoch die Rahmenbedingungen weiter verändert. Themen wie der Strukturwandel im Einzelhandel, die Auswirkungen der Corona-Pandemie, der Zuzug von Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund oder die zunehmenden Folgen des Klimawandels prägen die Entwicklung vor Ort. Gleichzeitig verfügt der Bezirk Hardtberg durch seine gute Lage, die Anbindung an die Bonner Innenstadt und seine landschaftlichen Qualitäten über bedeutende Chancen, die gezielt genutzt werden können.
Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Bonn die Erarbeitung eines neuen Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) mit einem Planungshorizont bis 2040 beschlossen. Dieses soll die künftige Entwicklung des Stadtbezirks strategisch ausrichten, zentrale Handlungsfelder benennen und konkrete Projekte vorbereiten. Ziel ist es, die Lebensqualität im Hardtberg zu sichern und zu verbessern, die Identität des Bezirks zu stärken und diesen nachhaltig für kommende Herausforderungen aufzustellen. 
Die Stadt Bonn arbeitet dabei eng mit dem Dortmunder Planungsbüro plan-lokal zusammen, welches den Prozess fachlich begleitet und gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Bürgerschaft die inhaltliche Ausrichtung des ISEKs entwickelt.

Was ist ein ISEK?

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist ein strategisches Planungsinstrument für die Zukunftsgestaltung eines Stadtteils oder Bezirks. Es bündelt die zentralen Herausforderungen, Stärken und Potenziale eines Gebietes und leitet daraus konkrete Ziele und Maßnahmen ab. Ziel ist es, eine verlässliche Grundlage für die langfristige Entwicklung zu schaffen.

Die Erarbeitung eines ISEKs folgt einem klaren Ablauf:
1.    Bestandsanalyse – Erhebung und Darstellung der aktuellen Situation: Welche Stärken, Schwächen und Besonderheiten prägen den Hardtberg?
2.    Bewertung und Identifikation von Handlungsbedarfen – Auf Basis der Analyse werden zentrale Themenfelder bestimmt, in denen Handlungsbedarf besteht. 
3.    Leitbild und Entwicklungsziele – Formulierung einer gemeinsamen Vision: Wie soll sich der Hardtberg langfristig entwickeln?
4.    Maßnahmenprogramm – Ableitung konkreter Maßnahmen und Handlungsschritte, die zur Zielerreichung beitragen.
5.    Umsetzungsstrategie – Festlegung, wie und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen umgesetzt werden können.

Ein ISEK ist somit weit mehr als ein Planungsdokument: Es dient Verwaltung, Politik, Stadtteilakteur*innen und Bürgerschaft als gemeinsamer Handlungsrahmen. Ebenfalls ist es Grundlage für mögliche Förderanträge. Für den Hardtberg eröffnet es die Möglichkeit, aktuelle Herausforderungen aktiv anzugehen und gleichzeitig eine neue Identität und Zukunftsperspektive für den Stadtbezirk zu entwickeln. 

Der Beteiligungsprozess – Wie kann Bonn mitmachen?

Für die Neuaufstellung des ISEK Bonn-Hardtberg spielt der Dialog mit den Menschen im Stadtbezirk eine zentrale Rolle. Die Erfahrungen und Perspektiven aus den Quartieren sind unverzichtbar, um ein tragfähiges Konzept für die Zukunft zu entwickeln. Bürgerbeteiligungen ermöglichen es, lokale Kenntnisse zu nutzen, unterschiedliche Interessen sichtbar zu machen und Maßnahmen gemeinsam abzustimmen. Sie trägt dazu bei, dass die späteren Ergebnisse von einer breiten Basis getragen werden und den tatsächlichen Bedarf vor Ort widerspiegeln. 
Um diesen Austausch zu fördern, sind im Verlauf des Projekts mehrere aufeinander abgestimmte Beteiligungsbausteine vorgesehen. Die Ergebnisse aller Formate fließen systematisch in die Analyse- und Konzeptphase ein und bilden die Grundlage für die späteren Maßnahmen. 

Im November wurden in Duisdorf-Zentrum, Brüser Berg sowie Lengsdorf und Finkenhof gemeinsam mit interessierten Bürger*innen und Stadtteilakteur*innen Quartiersspaziergänge durchgeführt. Bei den Spaziergängen wurden verschiedene Stationen besucht, an denen die Projekte vorgestellt wurden und die Teilnehmenden Hinweise und Anregungen für die zukünftige Entwicklung mitteilen konnten. Ziel war es, zu erfahren, wie die Nachbarschaft verschiedene Orte wahrnimmt und wo die Handlungsbedarfe oder Potentiale gesehen werden. 

Die Spaziergänge waren jeweils ca. zwei Kilometer lang und dauerten rund zwei Stunden. Sie fanden an den folgenden Terminen statt:

  • Lengsdorf und Finkenhof:  Samstag, 08. November 2025, 12:30 - 14:30 Uhr, Startpunkt: Lengsdorfer Hauptstraße 5, Endpunkt: Finkenhofpark
  • Duisdorf-Zentrum: Samstag, 08. November 2025, 15:30 - 17:30 Uhr, Startpunkt und Endpunkt: Bezirksverwaltungsstelle Hardtberg, Villemombler Str. 1
  • Brüser Berg: Freitag, 14. Novermber 2025, 15:00 - 17:00 Uhr, Startpunkt und Endpunkt: Zwischen Emmaus-Kirche und St. Edith Stein, Borsigallee 23

Onlinebeteiligung (6. Oktober bis 17. November 2025)

Vom 6. Oktober bis einschließlich 17. November konnten hier auf Bonn-macht-mit.de Ideen, Anregungen und Hinweise bequem von zu Hause aus eingebracht werden. Die Rückmeldungen werden nun ausgewertet und in den weiteren Planungsprozess integriert. 

Es gab zwei Beteiligungsmöglichkeiten:

  • Möglichkeit 1:  Hier konnten konkrete Orte auf einer Karte markiert und Anregungen zu diesem Ort gemacht werden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Bonn-Hardtberg und seine angrenzenden Bereiche genutzt und erlebt werden – beim Wohnen, Einkaufen, Unterwegssein oder in der Freizeit. Gesucht wurden Hinweise auf besonders attraktive Orte, Bereiche mit Verbesserungsbedarf sowie fehlende Angebote oder Zielgruppen, die bislang zu wenig berücksichtigt werden.
  • Möglichkeit 2: Für allgemein Anregungen, die keinem bestimmten Ort auf der Karte zugeordnet werden können, stand ein Freitextfeld zur Verfügung.

Jede Rückmeldung trägt dazu bei, tragfähige Maßnahmen zu entwickeln und die zukünftige Gestaltung des Quartiers zu verbessern. 

 

Die eingereichten Beiträge der Teilnehmenden können hier weiterhin angesehen werden:

Formate vor Ort

Neben der digitalen Beteiligung finden auch Veranstaltungen direkt im Stadtbezirk statt. Unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ besuchen die Projektverantwortlichen den Stadtteil und möchten mit der Bürgerschaft ins Gespräch kommen:

•    Walking Acts – Anfang Oktober machen Walking Acts auf den Straßen und Plätzen auf das Projekt aufmerksam und eröffnen spontane Gespräche.

•    Quartiersspaziergänge – Im November führen gemeinsame Quartiersspaziergänge durch ausgewählte Viertel, um Eindrücke zu sammeln und wichtige Stationen vor Ort zu betrachten.

Weitere Schritte

Im weiteren Projektverlauf folgen zusätzliche Beteiligungsbausteine, die den Prozess vertiefen und unterschiedliche Zielgruppen einbeziehen:
•    Politik- und Verwaltungsdialog – rund um den Jahreswechsel erfolgen verschiedene Formate mit der lokalen Politik und der Verwaltung, um fachliche Perspektiven in die Konzeptentwicklung einzubringen.
•    „Gemeinsam im Gespräch“ – im Frühjahr 2026 soll mit der „Perspektivenwerkstatt“ ein Format für die Bürgerschaft durchgeführt werden, wo erste Ideen und Zielansätze gemeinsam weiterentwickelt werden.
•    Kinder- und Jugendbeteiligung – im Sommer 2026 als eigenes Format für Kinder und Jugendliche, ergänzt durch spezielle Angebote für junge Menschen innerhalb der anderen Beteiligungsbausteine.
•    Quartiersdialoge – im Herbst 2026 soll der Bevölkerung und dem Stadtteil der erste Entwurf des Konzeptes vorgestellt und die geplanten Maßnahmen gemeinsam diskutiert werden. 

Mit Beteiligungsformaten, die auf eine große Öffentlichkeit ausgerichtet sind, werden erfahrungsgemäß einige Gruppen z. B. aufgrund ihres Alters, sprachlicher Barrieren oder körperlicher Beeinträchtigungen nicht erreicht, deren Belange für die Planung ebenfalls von Bedeutung sind. Für diese Zielgruppen sollen zusätzlich zu den Beteiligungsformaten, die sich an alle Zielgruppen richten, als Ergänzung spezifische Beteiligungsmöglichkeiten angeboten werden. Sie sollen bedarfsbezogen und niederschwellig ausgerichtet werden.

Während des gesamten Prozesses stimmen sich die verantwortlichen Stellen der Stadt regelmäßig ab. Ein begleitendes Gremium aus Vertreterinnen und Vertretern von Bürgerschaft, Stadtteilgesellschaft, Verwaltung und Politik sichert die Qualität und Nachvollziehbarkeit. Alle Ergebnisse, Zwischenschritte und aktuellen Termine werden fortlaufend auf dieser Webseite dokumentiert und veröffentlicht. 

Kontakt

Kontakt

Frau
Rieke Gäntgen
Stadtplanungsamt
Bezirks- und Ortsteilplanung
Telefon 0228 77 39205 
E-Mail:    Rieke.Gaentgen@bonn.de

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